Lipödem / Cellulite / Orangenhaut
Cellulitis - was ist das eigentlich?
Die Bezeichnung
Cellulitits ist aus medizinischer Sicht nicht richtig. Ein entzündlicher Prozess wird stets mit der Endung -itis benannt.
Bei der hier gemeinten Cellulitis, oder auch
Orangenhaut, liegt aber keine Entzündung vor. Cellulitis ist eine Entzündung des Unterhautgewebes. Mit "Cellulite" oder Orangenhaut hat der Begriff nichts zu tun.
Die im Volksmund bekannte
Cellulite, Cellulitis oder Orangenhaut bezeichnet die Medizin als sogenanntes
Lipödem. Lip steht für Fett und Ödem für Wasseransammlung, Schwellung.
Warum kommt es nun zur Cellulite oder Orangenhaut?
Mehrere Faktoren spielen hier eine wichtige Rolle.
Die Beschaffenheit des Bindegewebes
Nach der Pubertät lockern weibliche Geschlechtshormone - überwiegend
Östrogene - das straffe Netzwerk des Bindegewebes. Bei weibl. Personen liegen die Kollagenfasern eher parallel, im Gegenzug zum männlichen Bindegewebe, das mehr netzartige kollagene Fasern aufweist.
In der Pubertät beginnt sich der Körper von Frau auf eine Schwangerschaft vorzubereiten. Die Folge davon, das Bindegewebe verliert seine Spannkraft. Bereits sehr junge Frauen kennen das Problem mit der Orangenhaut.
Fettzellen breiten sich an Hüften, Po und Oberschenkeln ungehindert in den
weitmaschigen Fasern des Bindegewebes aus. Sie blähen sich auf und werden
auf der Haut als Grübchen und Hügel sichtbar.
Das Lymphgefäßsystem
Das Lymphgefäßsystem ist neben dem Blutgefäßsystem für die Entsorgung des
Gewebes und damit jeder einzelnen Zelle zuständig. Man kann es somit als
Transportsystem bezeichnen. Es sorgt für den Abtransport ganz spezieller
Substanzen, die ansonsten im Raum zwischen den Zellen liegenbleiben
würden. Dazu gehört das Eiweiß. Ihm kommt eine große Bedeutung zu, ist es
doch mitverantwortlich, dass sich vermehrt Wasseransammlungen im Gewebe
bilden können.
Die Eiweißmoleküle treten aus den Wänden der Blutgefäße in das umliegende
Gewebe aus. Da Eiweiß die selbe Eigenschaft wie Salz besitzt, nämlich Wasser an sich zu binden, plustern sich diese Moleküle auf, und können somit nicht mehr über die Blutbahnen abtransportiert werden. Sie werden nun vom Lymphgefäßsystem aufgenommen, da deren Gefäßwände durchlässiger sind.
Wer ausführlicher dazu lesen möchte, kann sich unter dem Artikel
Das Lymphgefäßsystem informieren.
Das Lymphgefäßsystem verläuft normalerweise in geraden Linien im gesamten
Körper. Hier kommen wir nun zu einem entscheidenden Punkt. Wie im Absatz
oben erklärt, können sich Fettzellen aufgrund des lockeren Bindegewebes
aufplustern.
Das bedeutet nun, der Platz für die Lymphgefäße wird zu eng,
sie werden "gequetscht" und nehmen allmählich die Form eines Korkenziehers
an. Dies führt dazu, dass der Lymphabfluß erheblich gestört und behindert
wird.
Die Kapazität der Aufnahme der Lymphe verringert sich und die
Fließgeschwindigkeit wird verlangsamt - man denke hier an einen in sich verdrehten Gartenschlauch. Es entsteht ein Rückstau, die Bereitschaft zum Ödem ist gegeben. Der Teufelskreis schließt sich, vergrößerte Fettzellen, vermehrt eingelagerte Lymphe, sichtbar werden Dellen in der Haut, die Orangenhaut.
Hierin liegt auch die Erklärung des
Lipödems, der Fachbegriff für
Cellulitis.
Bewegungsmangel
Bewegungsmangel führt ebenfalls dazu, den Lymphabfluß zu verlangsamen, da
die Lymphgefäße lediglich auf den ab- und anschwellenden Druck der
Muskulatur reagieren. Sie sind nicht dem Herz-Kreislauf-System
angeschlossen.
Fettzellen können natürlich leichter Fett speichern, wenn entsprechende
Bewegung, sprich, gezielte sportliche Betätigung fehlt. Wer wirklich etwas
gegen seine Cellulite tun möchte, muß aktiv werden, sonst nützt alles
nichts. Gezielte Bewegung verhilft auch dem Bindegewebe zu einer gewissen
Straffung, die wiederum dazu nützt, dass Fettzellen sich nicht ungehindert
aufplustern können.
Richtige Ernährung
Ebenfalls ein Faktor, wenn nicht zumindest ein wenig auf die richtige
Ernährung geachtet wird, dass es zur gefürchteten Cellulitis kommen
kann.
Hierzu zählt natürlich, Fett, Süsses und tierisches Eiweiß minimal zu
halten. Trinken, ein sehr wichtiger Aspekt in unserer Ernährung. Mindestens
zwei Liter pro Tag sollte man zu sich nehmen in Form von Mineralwasser oder
ungesüsstem Tee. Dies ist notwendig, um Schlackenstoffe, die sich im Gewebe
absetzen, ausspülen zu können. Schlackenstoffe haben die Eigenschaft, sich
an den Zellen anzulegen, den Stoffwechsel zu stören.
Mit Salz sollte man ebenfalls sparsam umgehen, da es Wasser im Körper bindet und somit das Lymphsystem belastet.
Massagepraxis Martina Singer staatl. gepr. Masseurin und med. Bademeisterin (Deutschland)
Lymphtherapeutin, Fussreflexzonentherapeutin, Fachreferentin
Praxisadresse: 53225 Bonn, Johannesstr. 72 - Tel. 0228 40 37 79
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Massagepraxis Bonn, Martina Singer